Der Hof in Klein Wokern besteht aus einem Bauhaus, das mit siebzehn Gebind etwa fünfzig Meter lang ist und zwei Abseiten hat. Dach, Fach und Sohlen werden als gut eingeschätzt. Der Westgiebel des Hauses ist oben in Fachwerk gemauert und unten mit Lehm geklehmt. In den Abseiten liegen Viehställe mit Futterkrippen und Trögen. Über der Haustür befinden sich zwei Tafeln Fenster. Von der Diele führt eine notdürftige alte Treppe auf den Hausboden, der mit Tannenholzbrettern belegt ist. Auf der Hausdiele gibt es eine Krippe und einen Block der bauwren gehorsam genannt. Linker Hand liegen hier zwei Heukammern. Wohl auf der gleichen Dielenseite befindet sich eine Stube mit Kachelofen, Mauersteinboden, einem kleinen Schlagtisch und vier Tafeln Fenstern. Neben dieser Stube gibt es im Haus auf der rechten Seite der Diele noch eine Baustube, diverse Kammern und eine Mehlkammer. In der Baustube mit acht Fenstern und Mauersteinboden stehen eine rot angestrichene lange Bank, ein kleiner untüchtiger Tisch und ein Kachelofen. Fünf Gebind des Bauhauses sind mit einer Scheidewand für Küche abgetrennt. Eingangs der Küche befinden sich zwei Kammern, daneben liegt die Molkenstube. Der Rauch des Herdfeuers wird mit einem Schornstein aus dem Dach abgeleitet. In der Küche steht ein altes Schapp, sie hat vier Fenster und eine Tür führt westwärts auf den Hof hinaus. Vom Bauhaus führt eine Brücke direkt zu dem im Garten liegenden Backhaus, die als ganz notdürftig beschrieben wird. Eine weitere Brücke verbindet das Bauhaus mit dem Roten Wohnhaus. An dieser Brücke gibt es zwei Beischläge und eine Scheidewand mit einer alten Tür, die am Bauhaus festgemacht ist. Beide Gebäude stehen noch giebelständig und liegen wohl recht nah beieinander. Das Bauhaus ist fast doppelt so lang wie das Wohnhaus. Das Rote Wohnhaus, im letzten Inventarium noch als das Lusthaus bezeichnet, ist mit neun Gebind etwa fünfundzwanzig Meter lang, zwei Stockwerke hoch und mit einem Ziegeldach gedeckt. Beide Giebel sind gemauert, der auf der Ostseite muß gestützt werden. Vor dem Haus befindet sich ein Keller, dessen Gewölbe allerdings geborsten ist. Der Eingang zu diesem Keller ist mit einem Schauer überdacht, das halb mit Rohr und halb mit Ziegeln gedeckt ist. Zur Eingangstür des Wohnhauses führt eine Treppe aus achtundzwanzig Quadratsteinen. Über der Haustür befinden sich sechs Fenster. Eingangs des Hauses zur linken Hand liegt eine große Stube mit Kamin und sehr altem Kachelofen, der umgesetzt werden muß. In ihr gibt es dreiunddreißig Tafel Fenster. Von der Stube geht direkt eine Schlafkammer mit dreizehn Fenstern und einem Secret ab, das mit einer Tür verschlossen ist. Daneben befindet sich die sogenannte rote Kammer mit acht Fenstern und einem langen Tisch mit Fuß. Von den vielen Fenstern können immer nur sehr wenige geöffnet werden, die Türen haben meist eiserne Handgriffe und Klinken. Auf der rechten Seite des Wohnhauses liegen hintereinander eine zweite Stube mit vierundzwanzig Fenstern und Kachelofen, ebenso eine Schlafkammer mit zwölf Fenstern, Kamin und einem Secret und eine weitere Kammer mit Kamin. In das Obergeschoss führt eine vorne links auf der Hausdiele befindliche Wendeltreppe mit neunzehn Stufen. Sie ist von einem Gatterwerk umgeben. Neben der Treppe steht auf der Diele vor der ersten Stube ein weiterer Kamin. Mangels neuer Steine muss die Diele demnächst mit neuem Flor versehen werden. Im Obergeschoss befindet sich auf der linken Seite ein langer Saal, dessen Boden mit Tannendielen belegt ist. Im Saal gibt es einen Kamin, eine lange rote Bank, einen langen Tisch und dreiundsechzig Fenster, von denen neun geöffnet werden können. Der Gang vor dem Saal hat zwölf Fenster, er ist mit alten zerbrochenen Mauersteinen ausgelegt. Neben dem Saal befindet sich eine weitere Stube mit Nebenkammer, Secret und Kamin. Daran schließt sich eine weitere kleine Stube mit Kamin an, deren Boden mit achtkantigen Steinen ausgelegt ist, der ausgebessert werden muss. Diese Stube hat wieder eine Tür zum Gang. In diesen Stuben haben sich in alter Zeit drei Bettstellen befunden, doch sollen diese dem Herrn Oberstallmeister Voß seinem Bericht nach zugehören. Die größere der beiden Stuben wurde eine Zeit lang zur Schule gebraucht. Vom Obergeschoss führt eine dreizehnstufige Treppe auf den Boden. Das Dach ist mit hundertfünfzig Dachsteinen gedeckt, aus ihm führen zwei Schornsteine ins Freie. Die hölzernen Fensterflügel sind jetzt mit Rohr zugebunden. Im Garten befindet sich ein Backhaus von sieben Gebind mit zwei Abseiten. Der Giebel nach Süden ist mit Lehm geklehmt. An der nördlichen Giebelseite befindet sich der aus Mauersteinen gemauerte Backofen, dessen Zustand als gut beschrieben wird. Neben dem Ofen gibt es eine kleine fensterlose Stube zur Holzlagerung. Gegenüber der Stube befindet sich eine Kammer. In der großen Stube des Backhauses steht ein alter Kachelofen. Neben der Stube befinden sich noch zwei weitere Kammern. Aus dem Backhaus führt eine Tür direkt in den Garten. Dieses Backhaus wurde um 1665 durch Georg von Mecklenburg neu erbaut, da das alte schon ganz baufällig war. Die Gerstenscheune, 1657 als große Scheune bezeichnet ist von sechsundzwanzig Gebind, also fünfundsiebzig Meter lang und mit einer Abseite versehen, die für Viehställe genutzt wird, zu denen sieben Türen führen. Ost- und Westgiebel sind oben gemauert und unten geklehmt. In beiden Giebeln befinden sich Scheunentore. Zwischen Bauhaus und Gerstenscheune steht eine aus Tannen- und Eichenholz gemachte Bucht. Die Roggenscheune, im letzten Inventarium als kleine Scheune bezeichnet, ist mit zwanzig Gebind fast sechzig Meter lang und hat eine Abseite. An der Nordseite der Scheune müssen die Sohlen auf einer Länge von elf Gebind erneuert werden, auch die Wände sind hier nicht mehr in einwandfreiem Zustand. Ost- und Westgiebel sind in Fachwerk gemauert. In beiden Giebeln befinden sich Scheunentore. Die Abseite, in der sechs Türen für Viehställe vorhanden sind, liegt auf der Südseite der Scheune. Das Torhaus ist mit neuen Gebind etwa fünfundzwanzig Meter lang und gut erhalten. In ihm befinden sich zwei Kornböden, die auf einer Länge von fünf Gebind mit Tannenbrettern belegt sind. Eine sechzehnstufige Treppe führt zum ersten Kornboden hinauf. Der oberste Kornboden ist vier Gebind lang, die übrige Fläche wird als Heuboden genutzt. Auf jedem Boden gibt es vier hölzerne Fensterflügel. Unterhalb der Kornböden befinden sich zwei Pferdeställe. Der auf der linken Seite des Tores ist von vier Gebind Länge und hat eine eigene Eingangstür. In ihm befinden sich acht Pferdeboxen, zwei Futterkrippen und eine Knechtskammer. Der Pferdestall auf der rechten Seite hat Platz für sieben Pferde und eine kleine Futterkrippe. Die Wände zur Feldseite hin sind gemauert, die zur Hofseite hin geklehmt. Dieses Torhaus steht auch schon im letzten Inventarium von 1657. Neben dem Torhaus gibt es auf dem Klein Wokerschen Hof noch einen Stutenstall von zwölf Gebind mit etwa fünfunddreißig Metern Länge. Die Sohlen des Stalles nach Osten hin sind aus Tannenholz, die nach Westen aus Eichenholz. Im Stutenstall befinden sich drei Futterkrippen. Diesen Stutenstall ließ Georg von Mecklenburg um 1665 erbauen. Neben dem Stutenstall steht ein mit zehn Gebind etwa dreißig Meter langer Schweinestall. Dieser war durch den Oberstallmeister Voß neu gebaut worden. Das Hakelwerk um den gesamten Hof ist gut erhalten. Außerhalb des umfriedeten Hofes stehen die Kate des Voigtes, das Schäfer- und das Käsehaus. Der Voigtskaten ist von drei Gebind Länge mit zwei Kübbungen. Die Diele im Inneren hat einen Lehmfußboden, der Hausboden ist mit Tannenholz belegt und mit Lehm geschlagen. Die Stube hat drei alte Fenster, in ihr steht ein gemauerter Kachelofen. Neben der Stube gibt es im Haus noch zwei fensterlose Kammern. In der westlichen Kübbung befinden sich außerdem zwei Viehställe. Das Schäferhaus ist fünf Gebind lang, hat zwei Abseiten und eine Kübbung. Die Nordseite des Hauses und der Westgiebel müssen neu versohlt werden, auch das Dach ist an der Nordseite in keinem guten Zustand mehr. In der Stube bedinden sich drei Fenster und ein alter Kachelofen. Vor der Stube steht ein Schwibbogen. Der Hausboden ist mit Holz belegt und mit Lehm geschlagen. Im Haus gibt es außerdem vier Kammern, die neben bzw. gegenüber der Stube liegen. Eine Kammer ist fensterlos. Das kleine Käsehaus ist nur von drei Gebind Länge mit einer Abseite und zwei Böden. Im Unter- und Obergeschoss befindet sich jeweils eine Tür. Es wird noch ein vierzehn Gebind langer Kuhstall erwähnt, der zwar gerichtet, dessen Dach aber noch nicht gedeckt ist. Dieser Stall taucht allerdings im vierzehn Jahre später erstellten Inventarium nicht mehr auf. Auf der Vogtei Wokern sind jeweils zweihundertfünfundsiebzig Roggen und Weizen, zweihundertzwanzig Scheffel Gerste, zweihundertdreiundfünfzig Scheffel Erbsen, zweihundertneunundfünfzig Scheffel Wicken, hundertvierundsechzig Scheffel Hafer und hundertsiebenundfünfzig Scheffel Buchweizen ausgesät. Das entspricht einer Gesamtaussaat von etwa tausendvierhundert Scheffeln, etwa fünfzehn Last, Korn und einer Anbaufläche von ungefähr dreihundert Hektar. Der Besitzer des Hofes ist Adam Otto von Vieregge. Er hat ihn an den jungen zweiunddreißigjährigen Jacob Wies verpachtet. Wies hat zu dieser Zeit eine Ehefrau, einen kleinen Sohn und eine gerade geborene Tochter.
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