"folget die Beschreibung der zu dem Hoff Wokern gehörigen Unterthanen, 17. August 1699"  /6/

Zur Vogtei Klein Wokern gehört nur noch die Pertinenz in Dalkendorff, frondienstverpflichtet sind weiterhin die Bauern aus Groß Wokern und Groß Roge. Tense wird in diesem Inventarium nicht mehr als zu Wokern gehörig genannt, obwohl es 1704 noch als hochfürstliches Tafelgut bezeichnet wird.

In Groß Wokern sind genau wie 1657 und 1685 acht Bauernhöfe und eine Kossatenstelle besetzt. Es gibt eine Schmiede, einen Hirtenkaten, das Haus des Holzvogts und zwei Katen in denen drei Drescherfamilien wohnen.

Der Schulze Hinrich Freitag, Sohn des verstorbenen Hinrich Freitag, bewohnt ein 7 Gebind langes Haus mit zwei Abseiten, zwei Kübbungen, Stube, Kammern und Ställen. Sein Haus befindet sich in gutem Zustand. Er hat eine Frau, zwei Söhne und drei Töchter. Auf seinem Gehöft stehen weiterhin eine 6 Gebind lange ganz baufällige Scheune, die zum Niederfall gereinigt ist. Ein 8 Gebind langer Stall ist in baulichem Stande. Das Hoftor ist schlecht, das Hakelwerk um den Hof wird als mittelmäßig eingeschätzt. Bauer Freitag besitzt 8 Pferde, 2 jährige Füllen, 6 Ochsen, wovon 4 sein Eigentum sind, 2 Stiere, 5 Kühe, ein jähriges Kalb, 2 Kälber von diesem Jahr, 2 Starken, 17 Schafe, 4 Schweine, 9 Pölke, 20 alte und junge Gänse, 30 Hühner und 4 Immenstöcke. Er hat jeweils 3 1/2 Drömt Roggen und Weizen, 24 Scheffel Gerste, 15 Scheffel weißen Hafer, 7 Scheffel Erbsen, 1 Scheffel Buchweizen und 2 Scheffel Leinsamen gesät.

Die Witwe des verstorbenen Chim Bartels hat einen Sohn und drei Töchter, mit denen sie den Hof bewirtschaftet. Sie bewohnen ein 7 Gebind langes Haus mit zwei Abseiten und einer Kübbung, das als in "ziemlichem Stande" beschrieben wird. Die Scheune von 6 Gebind mit einer Abseite ist ganz neu erbaut. Auch ein Stall von 4 Gebind ist gut erhalten. Hoftor und Hakelwerk sind in ziemlichem Stande. Die Familie besitzt 7 Pferde, 2 Füllen, 7 Ochsen, 2 Stiere, 3 Kühe, 1 Kalb, 11 Schafe, 4 Schweine, 30 alte und junge Gänse und 16 Hühner. Witwe Bartels hat jeweils 2 1/2 Drömt Roggen und Weizen, 2 Drömt Gerste, 1 Drömt weißen Hafer, 6 Scheffel Erbsen und 1 Scheffel Leinsamen gesät.

Bauer Adam Warkentin hat eine Frau, zwei Söhne und zwei Töchter. Er bewohnt ein 7 Gebind langes Haus mit zwei Abseiten, das gerade neu gebaut worden ist. Die Scheune ist von 5 Gebind Länge und so alt und baufällig, daß sie demnächst heruntergenommen werden muss. Auf dem Hof befinden sich noch ein Stall von 3 Gebind, dessen Dach alt ist, und ein Torhaus von 4 Gebind, welches gut erhalten ist. Das Hakelwerk wird als schlecht beschrieben. Warkentin besitzt 7 Pferde, 2 jährige Füllen, 5 Ochsen, 4 Kühe, 1 Stärke, 1 Kalb, 1 Stier, 10 Schafe, 10 Schweine, 20 Gänse mit Jungen und 20 Hühner. Er hat jeweils 2 1/2 Drömt Roggen und Weizen, 20 Scheffel Gerste, 18 Scheffel Hafer, 7 Scheffel Erbsen und 1 Scheffel Leinsamen ausgesät.

Clas Millahn hat eine Frau, drei Söhne und drei Töchter. Sein Haus ist von 7 Gebind Länge mit zwei Abseiten und zwei Kübbungen. Es wird als mittelmäßig erhalten eingeschätzt. Die Scheune ist von 5 Gebind und ganz neu gebaut. Die alte Scheune ist zum Hinfall gereinigt. Hoftor und Hakelwerk sind in ziemlich gutem Zustand. Clas Millahn besitzt 7 Pferde, 1 Füllen, 6 Ochsen, 3 Kühe, 3 Kälber, 2 Stiere, 15 Schafe, 6 Schweine, 5 Pölke, 60 Gänse mit Jungen, 20 Hühner und 6 Immenstöcke. Bauer Millahn hat 24 Scheffel Roggen und Weizen, 16 Scheffel Gerste, 12 Scheffel Hafer, 6 Scheffel Erbsen und 1 1/2 Scheffel Leinsamen gesät.

Clas Rost hat eine Frau und vier Töchter. Er bewohnt ein 7 Gebind langes Haus mit zwei Abseiten und zwei Kübbungen. Die eine Seite des Wohnhauses muss neu besohlt werden. Die Scheune ist 4 Gebind lang und hat zwei Kübbungen. Obwohl das Dach noch mittelmäßig erhalten ist, ist die Scheune zum Niederfall gereinigt worden. Auf dem Hof befindet sich noch ein Stall von 3 Gebind Länge, der noch gut erhalten ist. Hoftor und Hakelwerk sind mittelmäßig erhalten, das Hintertor ist ganz untüchtig. Bauer Rost besitzt 6 Pferde, 2 Füllen, 6 Ochsen, 4 Kühe, 1 Starke, 1 Kalb, 8 Schafe, 9 Schweine, 60 Gänse mit Jungen und 20 Hühner. Er hat der Witwe des Bauern Chim Bartels gleich gesät.

Bauer Simon Bartels ist verstorben. Seinen Hof bewirtschaftet jetzt Jochim Kiens, der noch unverheiratet ist. Dessen Haus ist 7 Gebind lang mit zwei Abseiten und zwei Vorställen. Es ist im mittelmäßigen Stande und muss an der einen Seite neu versohlt werden. Die Scheune ist 5 Gebind lang und in baulichem Stande, was wohl bedeutet, daß sie sich gerade im Aufbau befindet, denn es wird vermerkt, daß sie ganz versohlt und durchgebaut werden muss. Hoftor und Hakelwerk sind in ziemlichem Stande. Jochim Kiens hat 7 Pferde, 5 Ochsen, 1 Stier, 4 Kühe, 1 Stärke, 5 Kälber, 4 Schafe, 4 Schweine, 4 Ferkel, 12 Gänse mit Jungen und 16 Hühner. Bauer Kiens hat 27 Scheffel Roggen und Weizen, 16 Scheffel Gerste, 14 Scheffel Hafer, 5 Scheffel Erbsen und 1 1/2 Scheffel Leinsamen gesät.

Tewes Bamm hat eine Frau, drei Söhne und zwei Töchter. Im Inventarium ist vermerkt, daß es mit diesem "nur ganz schlecht bestellet" ist und er "Hülfe vonnöthen" hat. Er bewohnt ein 6 Gebind langes Haus mit zwei Abseiten, das sich in ganz schlechtem Zustand befindet und neu durchgebaut werden muss. Im Haus befinden sich weder Stube noch Kammer, der Vorgiebel ist ganz offen. Die Scheune ist von 5 Gebind und neu errichtet. Hoftor und Hakelwerk sind gar nicht vorhanden. Bamm besitzt 5 Pferde, 2 Ochsen, 1 Starke, 3 Schafe, 4 Schweine, 4 Ferkel, 8 Gänse und 10 Hühner. Er hat 24 Scheffel Roggen und Weizen, 15 Scheffel Gerste, 12 Scheffel Hafer, 5 Scheffel Erbsen und 1/2 Scheffel Leinsamen ausgesät.

Bauer Martin Schröder hat eine Frau, einen Sohn und drei Töchter. Sein Wohnhaus ist von 6 Gebind mit zwei Abseiten und zwei Vorställen. Es ist ganz alt und baufällig und muss neu durchgebaut werden. Die Scheune ist 4 Gebind lang und hat ein Wagenschauer. Ihr Dach ist nur in mittelmäßigem Stande. Hoftor und Hakelwerk sind schlecht erhalten. Schröder besitzt 6 Pferde, 4 Ochsen, 3 Kühe, 1 Stier, 1 Starke, 1 Kalb, 3 Schweine, 3 Ferkel, 20 Gänse mit Jungen und 4 Hühner. Er hat 29 Scheffel Roggen und Weizen, 12 Scheffel Gerste, 8 Scheffel Hafer, 6 Scheffel Erbsen und 3/4 Scheffel Leinsamen gesät.

Die einzige Kossatenstelle bewirtschaftet Hanß Warkentin. Sein Vorgänger Michel Seemann ist verstorben. Warkentin eine Frau, zwei Söhne und eine Tochter. Sein Haus ist von 5 Gebind mit zwei Abseiten und zwei Vorställen. Es befindet sich in mittelmäßigem Zustand. Auf dem Hof steht noch ein Stall, der auf Stützen steht und nicht viel wert ist. Ein Hoftor ist nicht vorhanden. Der Kossat Warkentin hat 2 Ochsen, 2 Kühe, 2 Kälber, 1 Stier, 3 große und 5 kleine Schweine, 20 Gänse und 20 Hühner. Seine Aussaat beträgt 10 Scheffel Roggen, 9 Scheffel Gerste, 4 Scheffel Hafer, 3 Scheffel Erbsen und 1/2 Scheffel Leinsamen.

Die Wokersche Dorfschaft hat 246 Scheffel Roggen und Weizen, 160 Scheffel Gerste, 107 Scheffel Hafer, 51 Scheffel Erbsen und 9 Scheffel Leinsamen ausgesät, der Schulze zusätzlich noch als einziger einen Scheffel Buchweizen. Das sind insgesamt 574 Scheffel und bedeutet eine etwas kleinere Aussaatmenge als 1685. Trotzdem können für Gesamtanbaufläche und den Anteil der Bauern an ihr in etwa die gleichen Größenverhältnisse wie 1685 angenommen werden. Auch das Verhältnis der einzelnen Getreidearten untereinander ist annähernd gleich geblieben.

Im Dorf Groß Wokern steht noch ein 5 Gebind langes Haus, welches dem Holzvogt Hinrich Pantler gehört. Daneben steht eine 3 Gebind lange Scheune. Beides hatte er nach seinen Aussagen auf eigene Kosten mit Konsens der damaligen Herrschaft des Hauptmann Vieregges bauen lassen. Gemeinsam mit dem Schmied hat Pantler vier ehemalige Kossatenstätten in Pension, wofür sie an Jacob Wies jährlich 30 Reichstaler Pacht bezahlen.

Die Schmiede des Dorfes besitzt Hinrich Brog in Erbpacht. Er gibt dem Pächter Wies jährlich ein Rauchhuhn und 6 Reichstaler Pacht. Zur Bestätigung seiner Rechte legt er ein am 11. Juni 1670 vom damaligen Amtsverwalter ausgestelltes Schreiben vor.

Im Dorf befindet sich noch das 4 Gebind lange Haus von Peter Pantler. Er gibt an, daß sein Vater dieses mit Konsens der damaligen Herrschaft auf eigene Kosten hat bauen lassen. Schriftlich kann er jedoch nichts dergleichen vorweisen. Pantler zahlt jährlich seine Kontribution ans Amt, Dienste muss er jedoch nicht leisten. Seine Vorfahren hatten in der Ernte pro Woche für einen Tag eine Person auf den Hof schicken müssen. Pantler lebt davon, daß er im Winter als Drescher arbeitet.

Ein weiterer 5 Gebind langer Katen, in dem sich Stuben und Kammern befinden, gehört zum Hof in Klein Wokern. In ihm wohnen zwei Drescher, die auf diesem Hof dreschen. Der Katen ist in ziemlichem Stande.

Als letztes wird im Dorf Groß Wokern ein Hirtenkaten genannt.


In Groß Roge gibt es wie im Jahre 1685 fünf Bauernstellen. 1657 waren hier nur die Schulzen- und eine Kossatenstelle besetzt gewesen. Im Dorf steht eine Mühle. Schmiede und Hirtenkaten sind verfallen und durch niemanden bewohnt oder bewirtschaftet.

Der Schulze Hinrich Schwaß ist verstorben. Sein Nachfolger in diesem Amt ist Hinrich Schriver, der eine Frau, vier Söhne und zwei Töchter hat. Er hat ein Haus von 6 Gebind Länge mit zwei Abseiten, in dem sich Viehställe, Stube und Kammern befinden. Da ihm das Haus zu klein ist, bittet er darum, noch 3 Gebind anbauen zu dürfen. Auf dem Gehöft stehen noch eine 6 Gebind lange Scheune in gutem Zustand, ein 3 Gebind langer Viehstall in mittelmäßigem Zustand, ein weiterer alter und baufälliger 4 Gebind langer Stall und ein ganz baufälliger 5 Gebind langer Altenteilerkaten. Torweg und Hoftor sind aus Brettern, aber alt und notdürftig. Anstatt des üblichen Hakelwerks gibt es um das Gehöft des Schulzen einen niedrigen Zaun. Er hat 6 Pferde, 2 Füllen, 5 Ochsen, 3 Kühe, 1 Stier, 1 Starke, 3 Kälber, 5 Schafe, 6 Schweine, 20 Gänse mit Jungen, 10 Hühner und 3 Immenstöcke. Hinrich Schwaß hat 2 1/2 Drömt Roggen und Weizen, 18 Scheffel Gerste, 11 Scheffel weißen Hafer, 8 Scheffel Erbsen, 2 Scheffel Buchweizen und 2 Scheffel Leinsamen ausgesät.

Auf der Stelle des verstorbenen Chim Bollwage wirtschaftet jetzt Hans Burmeister. Er hat eine Frau, drei Söhne und drei Töchter. Sein Haus ist von 7 Gebind Länge mit zwei Abseiten. Es steht auf Steinen und befindet sich noch in ziemlichem Stande. Die Scheune ist 6 Gebind lang und mit einer Abseite versehen. Sie steht unter gutem Dach und Fach. Auf dem Gehöft Burmeister gibt es noch ein 3 Gebind langes Backhaus mit zwei Abseiten und jeweils links und rechts vom Hofeingang zwei Ställe von 6 und 7 Gebind Länge. Hoftor und Hakelwerk sind in gutem Stande. Burmeister besitzt 6 Pferde, 1 Füllen, 6 Ochsen, 1 Stier, 5 Kühe, 5 Kälber, 20 Schafe, 6 große Schweine, 9 Pölke, 20 alte Gänse, 18 Hühner und Immenstöcke. Er hat dem Schulzen gleich gesät.

Baumann Hans Hübbe hat eine Frau, vier Söhne und eine Tochter. Sein Haus ist 7 Gebind lang und hat zwei Abseiten. Es ist in ziemlichem Stande. Die Scheune ist 6 Gebind lang und unter gutem Dach und Fach. Auf dem Hof befinden sich noch ein Stall von 3 Gebind mit einer Anlehnung und eine Kate von 4 Gebind Länge. Das Hoftor ist schlecht erhalten, das Hakelwerk in ziemlichem Stande. Hübbe besitzt 7 Pferde, 2 Füllen, 6 Ochsen, 1 Stier, 4 Kühe, 2 Starken, 3 Kälber, 8 Schafe, 6 große und 8 kleine Schweine, 10 Gänse, 26 Hühner und 2 Immenstöcke. Auch er hat dem Schulzen gleich gesät.

Bauer Thies Roggelin ist verstorben. Auf seinem Hof wirtschaftet jetzt Michel Seeman. Er hat eine Frau, einen Sohn und drei Töchter. Sein ganz baufälliges Haus ist 7 Gebind lang und hat zwei Abseiten. Es muss neu besohlt und inwendig durchgebaut werden. Die Scheune ist gut erhalten, sie ist 5 Gebind lang und hat eine Abseite. Auf dem Hof gibt es noch einen 4 Gebind langen Stall, dessen Dach nur notdürftig ist. Hoftor und Hakelwerk sind nur mittelmäßig erhalten. Michel Seemann besitzt 6 Pferde, 6 Ochsen, 2 Stiere, 2 Kühe, 1 Starke, 4 Kälber, 6 Schafe, 6 Schweine, 6 Pölke, 20 Gänse mit Jungen, 16 Hühner und 2 Immenstöcke. Er hat 24 Scheffel Roggen, 20 Scheffel Gerste, 6 Scheffel Hafer, 6 Scheffel Erbsen und 1 Scheffel Leinsamen gesät.

Der Witwer Clas Burmeister hat zwei Söhne und drei Töchter. Er bewohnt ein 7 Gebind langes Haus mit zwei Abseiten und zwei Vorställen. Es ist mittelmäßig erhalten. Die Scheune ist 6 Gebind lang und hat eine Abseite und einen Vorstall. Auch sie ist mittelmäßig erhalten. Hoftor und Hakelwerk sind als in ziemlichem Stande beschrieben. Bauer Burmeister besitzt 6 Pferde, 3 Füllen, 6 Ochsen, 2 Stiere, 5 Kühe, 3 Kälber, 12 Schafe, 12 Schweine, 30 Gänse mit Jungen und 30 Hühner. Er hat dem Schulzen gleich gesät.

In Groß Roge steht eine Mühle, die der Müllermeister Christian Schreping für jährlich 18 Reichstaler in Erbpacht hat. Seine Zimmer werden als in gutem Stande beschrieben.

Auf der Stelle der ehemaligen Schmiede steht jetzt nur noch ein altes wüstes Haus ohne Türen und Fenster, das zum Niederfall gereinigt ist.

Auch der Hirtenkaten ist ganz baufällig. Hier wird erwähnt, daß die Bauern des Dorfes für seine Instandhaltung verantwortlich sind.


Als Pertinenz von Klein Wokern wird noch die Meierei in Dalkendorf genannt. Hier gibt es keinen einzigen Bauern mehr. 1657 waren noch zwei Bauern genannt worden, zwei weitere Stellen sollten mit Ortsfremden besetzt werden. Aber schon 1685 wird kein Bauer mehr genannt. Das Dorf besteht jetzt nur noch aus einer Schäferei mit Torhaus, in dem der Schäfer wohnt, Scheune, Wohnhaus der beiden Hirten und Käsehäuschen. Von dem ursprünglichen Bauerndorf ist nur noch ein alter baufälliger Katen vorhanden, der zum Niederfall gereinigt, also unbewohnt, ist.