Zur Vogtei Klein Wokern gehören nur noch die Pertinenzien in Dalkendorff und Tense, frondienstverpflichtet sind weiterhin die Bauern aus Groß Wokern und Groß Roge. In Groß Wokern sind genau wie 1657 acht Bauernhöfe und eine Kossatenstelle besetzt. Der Schulze Hinrich Freitag bewohnt ein 7 Gebind langes altes baufälliges Haus mit zwei Abseiten, Stube, Kammern und Ställen. Er hat eine Frau, drei Söhne und zwei Töchter, die noch klein sind. Auf seinem Gehöft stehen weiterhin eine 5 Gebind lange gute Scheune mit Viehställen, ein Wagenschauer und ein 5 Gebind langer Stall, dessen Dach ausgebessert werden muß. Das Hoftor ist neu, das Hakelwerk um den Hof wird als mittelmäßig eingeschätzt. Bauer Freitag besitzt 5 Pferde, 5 Ochsen, 1 Stier, 4 Kühe, 5 Schafe, 5 Schweine, 6 Gänse, 20 Hühner und 2 Immenstöcke. Er hat 2 Drömt 6 Scheffel Roggen, 2 Drömt Gerste, 4 Scheffel Weizen, 12 Scheffel Hafer, 7 Scheffel Erbsen und 1 1/2 Scheffel Leinsamen gesät. Simon Bartels hat eine Frau und eine Tochter von vier Jahren. Er bewohnt ein 7 Gebind langes Haus mit zwei Abseiten und einer Kübbung, das als gut beschrieben wird. Es ist, ebenso wie die Scheune, vom Oberstallmeister Voß - also während der vergangenen zehn Jahre - neu gebaut worden. Im Innern des Hauses befinden sich Viehställe, eine Stube und vier Kammern. Die Scheune hat ein Vorschauer, in dem sich ein Stall befindet. Hoftor und Hakelwerk sind in gutem Stande. Simon Bartels besitzt 6 Pferde, 4 Ochsen, 1 Stier, 4 Kühe, 2 Starken, 3 Schafe, 4 Schweine, 4 Gänse, 20 Hühner und zwei Immenstöcke. Er hat "dem Schulzen gleich" gesät. Bauer Adam Warkentin hat eine Frau, einen dreijährigen Sohn und eine siebenjährige Tochter. Er bewohnt ein 7 Gebind langes Haus mit zwei Abseiten und zwei Kübbungen, das als einigermaßen baufällig beschrieben wird. Im Haus befinden sich Stube und Kammern. Vor dem Haus steht ein kleiner notdürftiger Stall von 3 Gebind Länge. Die Scheune ist von 5 Gebind Länge und im ziemlichen Stande, sie muß aber mit einem neuen Giebelbalken versehen werden. Ein weiterer Stall von 3 Gebind ist noch mittelmäßig erhalten, der Altenteilerkaten ist alt und baufällig. Das Hoftor ist ebenfalls alt, das Hakelwerk gut erhalten. Warkentin besitzt 6 Pferde, 2 Füllen, 4 Ochsen, 3 Kühe, 2 Stiere, 3 Schafe, 4 Schweine, 5 Gänse, 20 Hühner und 2 Immenstöcke. Er hat seinen Nachbarn gleich gesät. Clas Millan hat eine Frau und drei Söhne im Alter von 7, 9 und 11 Jahren sowie drei Töchter im Alter von 1, 4 und 6 Jahren. Sein Haus ist von 7 Gebind Länge mit zwei Abseiten und zwei Kübbungen. Im Innern befinden sich eine Stube und sieben Kammern. Die Scheune ist ebenfalls 7 Gebind lang und hat eine Abseite, sie ist ganz baufällig. Auf dem Hof steht noch ein Altenteilerkaten von 4 Gebind, der von Dach und Fach in gutem Stande ist. In ihm wohnt ein Drescher. Hoftor und Hakelwerk sind gut. Clas Milhahn besitzt 5 Pferde, 4 Ochsen, 3 Kühe, 1 Stier, 3 Schweine, 6 Gänse, 15 Hühner und keine Immen. Auch er hat seinen Nachbarn gleich gesät. Clas Rost hat eine Frau und vier Töchter im Alter von 3, 5, 7 und 10 Jahren. Er bewohnt ein 7 Gebind langes Haus mit zwei Abseiten und zwei Kübbungen, das sich in einem guten Zustand befindet. Auch dieses Haus wurde vom Oberstallmeister Voß neu erbaut. Im Haus befinden sich Stube und Kammern. Die Scheune ist 4 Gebind lang und hat zwei Kübbungen. Sie muß gestützt werden, das Dach ist jedoch noch gut erhalten. Das Hoftor ist alt, das Hakelwerk aber gut erhalten. Bauer Rost besitzt 4 Pferde, 4 Ochsen, 3 Kühe, 1 Starke, 5 Schafe, 3 Schweine, 6 Gänse, 15 Hühner und ebenfalls keine Immenstöcke. Er hat seinen Nachbarn gleich gesät. Bauer Chim Bartels hat eine Frau, einen 5-jährigen Sohn und vier Töchter, die 8, 10 und 13 Jahre alt sind. Sein Haus ist nur 5 Gebind lang. Es hat zwei Abseiten und zwei Kübbungen und wird im als "baulichen Stande" beschrieben. Im Innern werden Stube, Kammern und Viehställe genannt. Die Scheune ist 6 Gebind lang, hat eine Abseite und zwei Kübbungen. Sie taugt nichts mehr, muß heruntergenommen und neu aufgebaut werden. Auf dem Hof befindet sich noch ein neuer Stall von 4 Gebind. Auch das Hoftor ist neu, das Hakelwerk wird als gut eingeschätzt. Chim Bartels hat 5 Pferde, 5 Ochsen, 1 Stier, 3 Kühe, 1 Stärke, 4 Schafe, 4 Schweine, 8 Gänse, 12 Hühner und 2 Immenstöcke. Auch Bartels hat seinen Nachbarn gleich gesät. Auf seinem Hof wohnt noch der Knecht Clas Kersten mit Frau und Sohn. Tewes Bamm hat eine Frau, einen 8-jährigen Sohn und eine 3-jährige Tochter. Er hat ein 6 Gebind langes Wohnhaus mit zwei Abseiten und einer Kübbung, das sich in gutem und fertigen Zustand befindet. Es war zu Zeiten des Georg von Mecklenburg neu gebaut worden. Im Innern werden Stube und Kammern genannt. Die Scheune ist von 5 Gebind mit einer Abseite. Deren Mauerwerk ist aber ganz heruntergekommen, ein Ständer ist ebenfalls entzwei, das Dach müßte neu gedeckt werden. Hoftor und Hakelwerk sind in gutem Zustand. Bamm besitzt 4 Pferde, 4 Ochsen, 2 Kühe, 3 Schweine, 6 Gänse und 10 Hühner. Tewes Bamm klagt, daß sein Saatkorn in diesem Jahr nicht ausgereicht habe, so daß er 9 Scheffel im Roggenschlag und 12 Scheffel im Gerstenschlag liegen lassen mußte. Bauer Marten Schröder hat eine Frau, zwei 14 und 16 Jahre alte Söhne und drei 10, 12 und 14 Jahre alte Töchter. Sein Wohnhaus ist von 6 Gebind mit zwei Abseiten und zwei Kübbungen. Im Innern sind Stube, Kammern und Viehställe. Die Scheune ist 4 Gebind lang und hat eine Abseite mit drei Ställen. Sie ist gut erhalten. Das Hakelwerk ist nur mittelmäßig. Schröder besitzt 3 Pferde, 4 Ochsen, 3 Kühe, 6 Schafe, 4 Schweine, 6 Gänse und 12 Hühner. Auch bei ihm hat das Saatkorn nicht für die volle neue Aussaat gereicht. Auf Marten Schröders Hof wohnt der Einlieger Hans Roggelin mit seiner Frau, einem Sohn und einer Tochter. Die Kossatenstelle bewirtschaftet Michel Seemann, der eine Frau, einen Sohn und zwei Töchter hat, die noch klein sind. Seine Kate ist von 5 Gebind und mit einer Kübbung und zwei Vorschauern, worunter sich Ställe befinden. Die Kate ist in gutem Zustand. In ihr werden Stube, Kammern und Viehställe genannt. Neben ihr befindet sich eine Heuscheune von 5 Gebind. Der Kossat Michel Seemann hat 2 Ochsen, 2 Kühe, 1 Stier, 2 Schafe, 4 Schweine, 7 Hühner und einen Immenstock. Seine Aussaat beträgt 12 Scheffel Roggen, 6 Scheffel Gerste, 5 Scheffel Hafer, 1 Scheffel Erbsen und 1/2 Scheffel Leinsamen. Auf dem Hof des Kossaten hält sich noch ein Weib mit zwei Kindern auf. Die Bauern und Kossaten des Dorfes haben 240 Scheffel Roggen, 180 Scheffel Gerste, 101 Scheffel Hafer, 32 Scheffel Weizen, 57 Scheffel Erbsen und 12 Scheffel Leinsamen ausgesät. Das sind insgesamt 622 Scheffel Getreide, was in etwa einer Anbaufläche von 135 Hektar, also einem Drittel der gesamten Feldmark, entspricht. In diesem Inventarium wird zum ersten Mal für jeden Bauern anteilig die gleiche Aussaatmenge genannt. Jeder hat in etwa 15 Hektar einzusäen. Die Wirtschaftsfläche der Hauswirte entspricht nun wieder annähernd der Fläche einer Vollhufe. Wirtschaftsweise ist die Dreifelderwirtschaft. Im Winterschlag werden Roggen und etwas Weizen angebaut, auf dem Sommerschlag wachsen Gerste und Hafer, die Brache wird zum Teil mit Erbsen und Leinsamen besät. Der Schlag ist wahrscheinlich 45 Hektar groß. Im Dorf Groß Wokern steht ein Schmiedehaus, das sich mit der dazugehörigen Werkstatt in gutem Zustand befindet. Der Holzvoigt Hinrich Pantler bewohnt eine Kate, die 5 Gebind lang ist. Zu seinem Hof gehört noch eine 3 Gebind lange Scheune mit zwei Kübbungen. Beide Gebäude sind gut erhalten. Der Hirtenkaten ist 5 Gebind lang und von Dach, Fach und Sohlen in mittelmäßigem Stande. Im Dorf befindet sich noch eine wüste Kate von 4 Gebind, in der ursprünglich der alte Bamm gewohnt hat. Es ist wohl die 1657 beschriebene zweite Kossatenstelle, deren Bewirtschafter Cordt Bamm aber schon zu dieser Zeit verstorben war. Das Dorfinventarium schließt mit folgenden Worten: "Nottürftig Baw-Zeug undt Hauß-Geräht ist bey allen Bawleuten dieses Dorfes gefunden worden, wie auch nottürftig außkommen an Victualien." In Groß Roge sind 1685 wieder fünf Bauernstellen durch die Bauern Hinrich Schwaß, Chim Bollwage, Hans Hübbe, Thies Roggelin und Clas Burmeister besetzt. Schulze des Dorfes ist Hinrich Schwaß, eine Kossatenstelle, wie 1657, gibt es nicht mehr. Das Haus des Schulzen ist im Vorjahr abgebrannt. Vom neuen Haus ist bisher erst das Fachwerk aufgerichtet. Schwaß wohnt in der ehemaligen alten Schmiede, die nicht mehr genutzt wird. Im Dorf gibt es noch einen alten baufälligen Hirtenkaten. Die Mühle, die mit zur Vogtei Wokern gehört, wird vom Erbmüller Otto Volckmann gegen 18 Taler Pension an den Pächter von Viereck bewirtschaftet. Für die Pertinenzien Dalkendorff und Tense werden keine frondienstverplichteten Untertanen aufgeführt. Wahrscheinlich sind hier schon zu diesem Zeitpunkt alle Bauern gelegt und dem Acker der Höfe einverleibt worden, wie das Beichtkinderverzeichnis von 1704 - zwanzig Jahr nach diesem Inventarium erstellt - angibt.
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